Mitarbeitersicherheit erhöhen und Gewalt am Arbeitsplatz vermeiden

Portrait von Dr. Matthias Wolter

Autor
Dr. Matthias Wolter

Vom Hauptschüler zum Dr. und vom Burnout zur Berufung.
“Wissen hilft. Können entscheidet.”

Co-Autor: Andreas Arnemann

Bedrohungen, physische und psychische Gewalt sind in vielen Unternehmen, an vielen Arbeitsplätzen keine Ausnahme mehr, sondern eine zunehmende Realität. Dazu zählen Ausgrenzung, Mobbing, sexuelle Belästigung, Stalking, verbale Aggressionen und andere grenzüberschreitende Verhaltensweisen.

Diese Vorfälle hinterlassen Spuren: Mitarbeitende fühlen sich unsicher, ziehen sich zurück, erkranken häufiger und verlieren Motivation sowie Leistungsfähigkeit für die Arbeit. In einigen Fällen führt eine übermäßige Belastung sogar dazu, dass sehr fähige Mitarbeitende das Unternehmen verlassen. Daher ist es für Arbeitgeber essenziell, die Mitarbeitersicherheit zu erhöhen und die Arbeitnehmer zu schützen.

Das Wesentliche in Kürze

  • Mitarbeitersicherheit ist ein ökonomischer Faktor: Gewaltbedingte Ausfälle, Folgeerkrankungen und sinkende Motivation verursachen erhebliche Kosten und gefährden die Produktivität der Arbeitnehmer:innen.
  • Systematisches Vorgehen schafft Sicherheit: Grundlage ist die strukturierte Erfassung und Analyse aller bedrohlichen Situationen im Unternehmen.
  • Datenbasierte Priorisierung von Maßnahmen: Nach der Gefährdungsbeurteilung werden To-Do-Pläne erstellt und priorisiert, um Risiken gezielt zu reduzieren.
  • Bestehende Ressourcen nutzen und ausbauen: Erfolgreiche Sicherheitsmaßnahmen werden fortgeführt und bei Bedarf optimiert – Effizienz statt Neuentwicklung.
  • Regelmäßige Überprüfung und Anpassung: Alle implementierten Maßnahmen und bestehende Vorkehrungen werden nach Absprachen und Priorität in festgelegten Abständen überprüft und auf Wirksamkeit kontrolliert.

Video: Mitarbeitersicherheit erhöhen

Dr. Matthias Wolter von Kompetenz Sieben (ehemals I-GSK) zeigt in dem Video, welche Einflussfaktoren beim Mitarbeiterschutz und Bedrohungsmanagement eine wichtige Rolle spielen können.

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Definition und Formen von Gewalt am Arbeitsplatz

Gewalt am Arbeitsplatz umfasst alle Handlungen, die die persönliche Integrität und Sicherheit von Mitarbeitenden verletzen – physisch oder psychisch. Die ILO-Konvention 190 definiert Gewalt und Belästigung als Verhaltensweisen, die geeignet sind, Angst, Schaden oder Erniedrigung zu verursachen. Dabei wird unterschieden zwischen:

Externer Gewalt: durch Kunden:innen, Klienten:innen, Bürger:innen oder externe Dienstleister.

Interner Gewalt: durch Kolleginnen, Kollegen oder Vorgesetzte

Zu den häufigsten Formen gehören:

  • Verbale Aggression: Beleidigungen, Anschreien, diskriminierende Kommentare, Drohungen
  • Psychische Gewalt: Mobbing, systematische Ausgrenzung, Einschüchterung, Stalking
  • Sexuelle Belästigung: Anzügliche Bemerkungen, unerwünschte Berührungen, zweideutige Nachrichten, anzügliche Witze
  • Digitale Übergriffe: Belästigung über E-Mail, Messenger oder Social Media
  • Physische Gewaltandrohung: Drohgesten, aggressives Verhalten, Aufbauen körperlicher Präsenz
  • Wirtschaftliche Druckmittel: Erpressung oder Drohung mit Arbeitsplatzverlust zur Durchsetzung persönlicher Interessen

Diese Verhaltensweisen können in allen Arbeitskontexten auftreten – wie im direkten Kundenkontakt, in Büros, bei Teammeetings oder im Homeoffice. Führungskräfte sind verpflichtet, solche Risiken frühzeitig im Betrieb und Arbeitsalltag zu erkennen und wirksam zu intervenieren. Info: Im folgenden Link finden Sie unsere Trainingsgebote für Führungskräfte.

Faust schlägt durch die Wand.
Menschen, die eskalieren, können unkontrolliert und gefährlich handeln.

Warum ist Mitarbeitersicherheit wichtig?

Gewalttaten und Belästigung am Arbeitsplatz haben gravierende Auswirkungen auf die Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten. Unternehmen, die Bedrohungsmanagement nach den Vorgaben der ILO-Konvention 190 implementieren, erfüllen nicht nur ihre rechtlichen Pflichten, sondern schaffen eine nachhaltige Präventionskultur.

  • Rechtliche Compliance sicherstellen: Unternehmen erfüllen nationale Arbeitsschutzgesetze und internationale Standards wie die ILO 190. Diese stärken die Rechtskonformität und das Vertrauen von Mitarbeitenden und Geschäftspartner:innen.
  • Präventionskultur etablieren: Gewaltprävention wird als fester Bestandteil der Unternehmensstrategie verankert. Eine gelebte Präventionskultur signalisiert Verantwortung und schafft ein sicheres Arbeitsumfeld.
  • Gesundheit und Produktivität schützen: Gewalt und psychische Belastungen führen zu hohen Ausfallzeiten und langfristigen Erkrankungen bei den Betroffenen. Präventive Maßnahmen reduzieren Risiken und sichern die Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden.
  • Arbeitgeberattraktivität steigern: Ein sicheres Arbeitsumfeld bindet Fachkräfte und erhöht die Motivation. Unternehmen, die aktiv für Mitarbeiter- und Arbeitssicherheit sorgen, positionieren sich als verantwortungsbewusste Arbeitgeber.

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Risikofaktoren und Gefährdungsbeurteilung im Unternehmen

Die Gefährdungsbeurteilung ist der zentrale Baustein für ein wirksames Bedrohungsmanagement und die Umsetzung der Vorgaben der ILO-Konvention 190. Arbeitgeber:innen sind gesetzlich verpflichtet, Risiken systematisch zu ermitteln, geeignete Maßnahmen festzulegen und deren Wirksamkeit regelmäßig zu überprüfen. Ziel ist es, Gewalt und Belästigung am Arbeitsplatz präventiv zu verhindern und die Sicherheit der Mitarbeitenden nachhaltig zu gewährleisten.

Typische Risikofaktoren in Unternehmen

Die Wahrscheinlichkeit, grenzüberschreitende Verhaltensweisen zu erleben, variiert je nach Arbeitsumfeld und Aufgabenbereich.

Beispiele:

  • Gastronomie und Kultur: Mitarbeitende in Bars und Clubs sind anderen Situationen ausgesetzt als in Opernhäusern.
  • Gesundheitswesen: In der Notaufnahme bestehen deutlich höhere Risiken als in einer Fachabteilung wie der Kardiologie.
  • ÖPNV: Zugführer:innen sind weniger exponiert als Kundenbetreuer:innen im direkten Kontakt mit den Fahrgästen.
  • Bildungsbereich: Lehrkräfte in Grundschulen erleben häufiger andere Belastungen als Kolleginnen und Kollegen in Brennpunkt-Schulen.

Systematische Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung erfolgt in mehreren Schritten:

  • Analyse der Arbeitsplätze und Tätigkeiten: Erfassung potenzieller Gefahrenquellen im Innen- und Außendienst.
  • Einbindung aller relevanten Akteure: Mitarbeitende, Führungskräfte, Betriebsrat, externe Fachstellen wie Berufsgenossenschaften.
  • Maßnahmenplanung und Umsetzung: Entwicklung konkreter Schutzmaßnahmen, z. B. bauliche Anpassungen, Schulungen, Notfallpläne.
  • Evaluation und Optimierung: Regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit und Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen.

Eine professionelle Gefährdungsbeurteilung ist nicht nur gesetzliche Pflicht für Betriebe und Unternehmen, sondern auch ein strategischer Vorteil: Sie reduziert Risiken, stärkt die Präventionskultur und schützt die Gesundheit sowie Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden und ist ein Baustein der Mitarbeiterwertschätzung.

Effektive Gewaltprävention am Arbeitsplatz

Eine wirksame Gewaltprävention basiert auf einem mehrstufigen Ansatz. Unternehmen sollten Maßnahmen auf vier Ebenen umsetzen: Sicherheitsbeurteilung, technische Lösungen, organisatorische Strukturen und personelle Kompetenzen. Diese Vorgehensweise entspricht den Anforderungen der ILO-Konvention 190 und schafft eine nachhaltige Präventionskultur.

Sicherheitsbeurteilung am Arbeitsplatz

Ziel ist die Identifikation potenzieller Risiken und die Minimierung von Gefahrenquellen:

  • Gefährliche Gegenstände erkennen und sichern: Entfernen oder sichern Sie Objekte, die als Waffen genutzt werden könnten (z. B. Scheren, Locher, Glasflaschen, Kabel, Werkzeuge).
  • Sicheres Büromaterial einsetzen: Verwenden Sie Sicherheitsscheren, abgerundete Brieföffner, Kunststoff statt Glas.
  • Aufbewahrung in abschließbaren Schränken: Gefährliche Materialien sollten in gesicherten Bereichen gelagert werden.
  • Arbeitsplatzgestaltung optimieren: Platzieren Sie notwendige Gegenstände außerhalb der Reichweite von Besuchern und entfernen Sie Stolperfallen oder lose Objekte, die geworfen werden könnten. Vermeiden Sie Sackgassen und planen Sie Fluchtwege ein.

Technische Maßnahmen

Technische Lösungen erhöhen die Sicherheit und ermöglichen schnelle Reaktionen:

  • Bauliche Vorkehrungen: Notausgänge, Schutzwände, Zugangskontrollen.
  • Alarm- und Notrufsysteme: Installieren Sie stille Alarme, Panikknöpfe oder Notfall-Apps auf mobilen Geräten. Testen Sie die Bedienbarkeit unter Stressbedingungen.

Organisatorische Maßnahmen

Klare Strukturen und Prozesse sind entscheidend:

  • Notfallpläne und Verantwortlichkeiten: Definieren Sie, wer im Ernstfall welche Aufgaben übernimmt. Legen Sie Vertretungsregeln fest.
  • Alarmwege und Codewörter: Etablieren Sie eindeutige Alarmierungswege (z. B. Codewörter für Bedrohungslagen) und standardisierte Meldungen („Wer? Wo? Was? Wie akut?“).
  • Deeskalationsrichtlinien: Schulen Sie Mitarbeitende in Gesprächstechniken und Krisenkommunikation.
  • Dokumentation: Dokumentieren Sie alle Vorfälle systematisch.

Personelle Maßnahmen

Kompetenzaufbau ist der Schlüssel zur Prävention:

  • Schulungen und Trainings: Regelmäßige Fortbildungen zu Deeskalation, Stressmanagement und rechtssicherem Handeln.
  • Praxisnahe Übungen: Einmal jährlich realistische Szenarien trainieren.
  • Nachsorge nach Vorfällen: Bieten Sie Debriefings und psychologische Ersthilfe an, um Belastungen zu reduzieren.
Ein Geschäftsmann trägt einen Stapel Aktenordner, auf denen steht: Konflikt, Anwalt, Ärger, Probleme, Streitigkeiten
Gefahrenmomente oder Übergriffe sammeln und strukturiert auswerten.

Bedrohungen durch Kunden, Klienten, Bürger, Gäste oder Patienten erkennen und deeskalieren

Externe Gewalt am Arbeitsplatz ist eine der größten Herausforderungen für Unternehmen und Institutionen. Sie tritt häufig in Situationen mit direktem Kundenkontakt auf – etwa in Behörden, Kliniken, Gastronomie oder im Einzelhandel. Mitarbeitende müssen in der Lage sein, Warnsignale frühzeitig zu erkennen und angemessen zu reagieren, um Eskalationen zu verhindern.

Typische Warnsignale

  • Lautstarke Beschwerden oder aggressiver Tonfall
  • Drohgebärden, wie das Aufbauen körperlicher Präsenz
  • Wiederholte verbale Drohungen oder abwertende Kommentare
  • Nervöse oder hektische Bewegungen, die auf Kontrollverlust hindeuten

Empfehlungen für Mitarbeitende

  • Das Handlungstempo reduzieren und deeskalierend kommunizieren: Freundlicher, klarer Ton, keine provokativen Aussagen oder Gesten.
  • Auf nonverbale Signale als Frühwarnsystem achten
  • Distanz wahren: Genügend Raum zwischen sich und der Person lassen.
  • Eindeutige Grenzen setzen: Sachlich bleiben, keine persönlichen Angriffe.
  • Notfalloptionen kennen: Alarmknopf, Codewort oder Notrufnummer griffbereit halten.

Regelmäßige Deeskalationstrainings sind unverzichtbar, um Mitarbeitende auf kritische Situationen vorzubereiten. Sie vermitteln Techniken zur Konfliktlösung und stärken die Handlungssicherheit.

Praxis-Checkliste für die Begehung vor Ort

  • Objekte: Sind potenzielle Improvisationswaffen (Alltagsgegenstände, Werkzeuge, die in einer Notsituation spontan als Waffe eingesetzt werden können) entfernt/gesichert? Inventarliste aktuell?
  • Zugriffe: Sind Schränke/Schubladen mit riskanten Gegenständen abgeschlossen? Wer hat Zugriff?
  • Alarmsysteme: Funktionieren Panikknöpfe/Schnellwahl-Funktionen/Apps? Letzter Test dokumentiert?
  • Absprachen: Sind Codewörter, Rollen, Eskalationsstufen allen bekannt und sichtbar (Kurzkarte)?
  • Kommunikation: Gibt es eine zentrale Notfallnummer/Gruppe? Rufbereitschaften hinterlegt?
  • Wege: Sind Fluchtwege frei, markiert, beleuchtet? Alternativweg vorhanden?
  • Möblierung: Sitzt niemand mit dem Rücken zur Tür? Besucherplatz nicht im Fluchtweg?
  • Türen: Öffnen relevante Türen schnell von innen? Keine verdeckten Schlösser?
  • Training: Letzte Deeskalations-/Alarmübung war wann? Neue Mitarbeitende eingewiesen?
  • Nachsorge: Ist ein Verfahren für Meldung, Dokumentation, Debriefing etabliert?

Gut reagieren, wenn es darauf ankommt.

Praxisnah, direkt umsetzbar und mit Trainern und Trainerinnen, die wissen, wovon sie sprechen.

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Arbeitssicherheit erhöhen und Mitarbeiter schützen

Eine wirksame Sicherheitsstrategie beginnt mit einer klaren Sicherheitskultur und der konsequenten Umsetzung von Präventionsmaßnahmen. Unternehmen müssen nicht nur physische Sicherheit gewährleisten, sondern auch psychische Gesundheit und Unterstützungsangebote in den Fokus rücken. Die Anforderungen der ILO-Konvention 190 unterstreichen die Pflicht, Übergriffe am Arbeitsplatz systematisch zu verhindern.

Der Weg zu mehr Sicherheit im Unternehmen

  • Rechtliche Grundlagen klären und vermitteln: ILO 190, rechtssichere Abläufe für Deutschland, Compliance-Regeln im Blick haben, Fürsorgepflicht beachten
  • Rechtliche Grundlagen verankern: Vermitteln Sie die relevanten Vorschriften wie ILO 190, nationale Arbeitsschutzgesetze und Compliance-Regeln. Führungskräfte müssen ihre Fürsorgepflicht kennen und umsetzen.
  • Strukturen und Prozesse schaffen: Entwickeln Sie klare Abläufe für den Umgang mit Bedrohungen. Dazu gehören transparente Verantwortlichkeiten, sichere Meldewege und die Einbindung externer Fachstellen, wenn erforderlich.
  • Fehlerkultur verbessern: Offener Umgang mit Pannen und Missverständnissen.
  • Frühwarnsignale erkennen: Schulen Sie Mitarbeitende, um bedrohliche Situationen frühzeitig zu identifizieren. Fördern Sie eine Kultur, in der Erfahrungen offen geteilt und Präventionsmaßnahmen kontinuierlich verbessert werden.
  • Interventions- und Deeskalationskompetenz stärken: Vermitteln Sie Techniken für sicheres Verhalten in Krisensituationen. Führungskräfte und Mitarbeitende benötigen Handlungssicherheit durch praxisnahe Trainings und klare Notfallpläne.
  • Dokumentation sicherstellen: Alle Vorfälle müssen systematisch erfasst werden. Bedrohungsmanagement basiert auf Fakten, nicht auf Vermutungen. Transparenz schafft Vertrauen und ermöglicht wirksame Analysen.
  • Nachsorge organisieren: Mitarbeitende dürfen nach Vorfällen nicht allein gelassen werden. Bieten Sie Debriefings und psychologische Unterstützung an – sofort nach dem Ereignis und bei Bedarf auch langfristig.
Ein gelbes Schild, das im hohen grünen Gras steht. Es steht drauf: Safety First.
Ernsthafte Prävention und strukturiertes Vorgehen schützt Mitarbeiter und Führungskräfte.

Fazit: Sicherer Arbeitsplatz als Grundlage für gesunde Unternehmen

Ein sicherer Arbeitsplatz ist nicht nur eine gesetzliche Pflicht, sondern die Basis für Motivation, Gesundheit und langfristigen Unternehmenserfolg. Gewaltprävention und Bedrohungsmanagement nach den Vorgaben der ILO-Konvention 190 schaffen eine nachhaltige Sicherheitskultur und stärken die Arbeitgeberattraktivität.

Empfehlungen für die systemische Umsetzung

Kurzfristige Maßnahmen:

  • Entfernen oder sichern Sie gefährliche Gegenstände in Arbeitsräumen.
  • Passen Sie Sitzordnungen an, um Fluchtwege freizuhalten.
  • Legen Sie Codewörter für Notfälle fest.
  • Testen Sie Panikknöpfe und Notfallkontakte regelmäßig.

Mittelfristige Maßnahmen:

  • Führen Sie wirksame Schulungen und Deeskalationstrainings durch.
  • Analysieren Sie negative Ereignisse nach klaren Kriterien und leiten Sie Optimierungen zeitnah ein.

Langfristige Maßnahmen:

  • Etablieren Sie regelmäßige Audits und passen Sie bauliche Gegebenheiten an (z. B. Sichtkontakt optimieren, zusätzliche Ausgänge schaffen).
  • Fördern Sie eine Präventionskultur, die alle Mitarbeitenden einbezieht – unabhängig von Hierarchiestufen. Sicherheit ist Teamarbeit: Jeder trägt Verantwortung für ein gesundes und motivierendes Arbeitsumfeld.

Was bietet Kompetenz Sieben im Bereich Bedrohungsmanagement an?

Kompetenz Sieben unterstützt Unternehmen dabei, Gewaltprävention und Bedrohungsmanagement praxisnah und rechtssicher umzusetzen.

Unser Angebot umfasst:

Fortbildungen, Seminare und Trainings für Mitarbeitende und Führungskräfte, die für Bedrohungsmanagement verantwortlich sind oder diese Aufgabe künftig übernehmen sollen. Ebenso für Mitarbeitende, die mit inadäquatem Verhalten direkt konfrontiert werden und ein praxisnahes Rüstzeug für den kompetenten Umgang damit brauchen.

Erstellung individueller Maßnahmenpläne für den Umgang mit typischen Bedrohungsszenarien im Unternehmensalltag – konkret, umsetzbar und auf Ihre Organisation zugeschnitten.

Praxisorientierte Konzepte zur Integration von Bedrohungsmanagement in bestehende Arbeitsschutz- und Compliance-Strukturen.

Effektiver Mitarbeiterschutz ist erreichbar!

Wenn Aggressionen oder Gefahren im Alltag auftreten, brauchen Sie Strukturen, antrainierte Verhaltensmaßahmen und interne Abspachen, die sofort funktionieren.

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Infos zum Mitarbeiterschutz anfragen

Häufige Fragen zum Thema “Mitarbeiter schützen” und Bedrohungsmanagement

Warum ist Bedrohungsmanagement gesetzlich verpflichtend?

Das ILO-Übereinkommen Nr. 190 zur Beseitigung von Gewalt und Belästigung in der Arbeitswelt ist seit 2024 in Deutschland verbindlich. Arbeitgeber sind verpflichtet, ein Arbeitsumfeld frei von Gewalt und Belästigung zu schaffen und präventive Maßnahmen umzusetzen.

Was sind Pflichten des Arbeitgebers beim Bedrohungsmanagement?

Pflichten der Arbeitgeber:

– Sicherstellung eines gewaltfreien Arbeitsplatzes (ILO 190)
– Entwicklung eines systematischen Präventionsansatzes in Kooperation mit Betriebsrat/Personalvertretung
– Schutz aller Personen im Arbeitskontext
– Geltungsbereich: Arbeitsplätze, Pausenräume, digitale Kommunikation, Dienstreisen, Veranstaltungen, Unterkünfte

Welche rechtlichen Pflichten haben Arbeitgeber?

In Deutschland regelt das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers. Unternehmen müssen physische und psychische Gefährdungen vermeiden oder minimieren. Ergänzend gelten Sozialrechtsverordnungen und die Vorgaben der ILO 190.

Was sind grenzüberschreitende Verhaltensweisen in Unternehmen?

Grenzüberschreitungen können verbal, nonverbal, körperlich, psychisch, sexuell, digital oder durch Machtmissbrauch erfolgen.

Wie funktioniert Gewaltprävention?

Effektive Gewaltprävention beantwortet zentrale Fragen:

– Wen wollen wir schützen?
– Wovor wollen wir schützen?
– Wo treten Risiken auf?
– Wie nachhaltig sind die Maßnahmen?
– Was passiert nach Vorfällen? (Nachsorge, Debriefing)
– Sind Maßnahmen institutionell verankert oder punktuell?

Was kann man systematisch bei Gewalt am Arbeitsplatz tun?

– Analyse von Hotspots und Risikobereichen
– Entwicklung differenzierter Präventionsansätze
– Implementierung eines Bedrohungsmanagements mit klaren Prozessen
– Regelmäßige Schulungen und Gefährdungsbeurteilungen
– Zusammenarbeit mit Betriebsrat und externen Fachstellen

Welche Rolle spielen Führungskräfte bei der Gewaltprävention?

Führungskräfte sind zentrale Figuren, wenn es um den nachhaltigen Schutz der Mitarbeitenden geht. Einige Ihrer Aufgaben:

– Schaffen einer Kultur des Hinsehens und angstfreien Meldens
– Vorbildfunktion und konsequentes Handeln gegen Bagatellisierungen

Ihr Feedback freut uns!

Wenn Ihnen dieser (wie immer viel zu kurze oder zu oberflächliche) Meinungsblog gefallen oder auch nicht gefallen hat, schreiben Sie mir gerne ein Feedback. Auch wenn Sie Anregungen für einen neuen Blog haben, freue ich mich über Ihre Zuschriften an wolter@kompetenz-sieben.de.

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