Soziale Kompetenz lernen: Wichtige Soft Skills für den Berufsalltag

Portrait von Dr. Matthias Wolter

Autor
Dr. Matthias Wolter

Vom Hauptschüler zum Dr. und vom Burnout zur Berufung.
“Wissen hilft. Können entscheidet.”

Ohne Soziale Kompetenzen oder Soft Skills geht heutzutage wenig im Berufsleben. Ob Sie Eigentümer:in, Führungskraft:in oder Mitarbeiter:in mit Kundenkontakt sind, überall erwarten die Mitarbeitenden oder Kund:innen, dass sie fachlich aber auch persönlich adäquat und respektvoll geführt, beraten und behandelt werden. Herausragendes Fachwissen (Hard Skills) ist nur ein Standbein einer Expertise. Ohne soziale Kompetenz als zweites Standbein bewegen Sie sich auf unsicherem Terrain, denn der Arbeitsalltag von heute ist stark von Zusammenarbeit, Kommunikation und menschlichem Miteinander im Team beeinflusst.

In diesem Blog möchten wir Ihnen nicht nur etwas zu den Wirkmechanismen der sozialen Kompetenz mitteilen, sondern auch ganz praktische Beispiele und Alltagssituationen vorstellen sowie Ideen präsentieren, wie man sozial kompetent agieren kann.

Das Wesentliche in Kürze

  • Wir unterscheiden vier Bereiche der Soft Skills. Die soziale Kompetenz ist dabei nur einer davon. Soziale Kompetenz ist dabei nicht nur EINE Technik oder Strategie, sondern umfasst mehrere Kompetenzen.
  • Bei den sozialen Bedürfnissen geht es im Wesentlichen um das Erfüllen dieser Bedürfnisse beim Interaktionspartner.
  • Es gibt eine Vielzahl von Sozialen Kompetenzen, wie Kommunikationsfähigkeit, Perspektivwechsel oder Kritikfähigkeit, die sich gegenseitig ergänzen.
  • Der Transfer von der Erkenntnis in den Alltag, und besonders in Stresssituationen, benötigt konstantes Training, denn es gilt alte, jahrzehntelang trainierte Gewohnheiten zu verändern.
  • Wer seine sozialen Kompetenzen nicht beherrscht und weiterentwickelt, wird in zwischenmenschlichen Interaktionen früher oder später auf Probleme stoßen oder scheitern.

Video: Soziale Kompetenzen effektiv einsetzen

Dr. Matthias Wolter von Kompetenz Sieben (ehemals I-GSK) zeigt in dem Video, wie gezielt eingesetzte soziale Fertigkeiten Gespräche erleichtern und Konflikte schlichten können.

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Mehr Informationen

Was bedeutet soziale Kompetenz?

Soziale Kompetenz ist nicht nur EINE Technik oder Strategie, sondern umfasst mehrere Kompetenzen. Diese Kompetenzen ermöglichen es uns, eigene Ziele zu verfolgen und zugleich wirksam, kooperativ und angemessen mit anderen Menschen zu interagieren. Soziale Kompetenz wird auch „Interpersonelle Intelligenz“ genannt.

Sind Soziale Kompetenzen ein Baustein der Softskills?

Softskills werden in vier Säulen aufgeteilt. Die soziale Kompetenz ist eine davon.

  • Soziale Kompetenz: Im Rahmen des sozialen Miteinanders, Empathie empfinden zu können oder gemeinsam erfolgreich im Team zu arbeiten. Kritik an sich zuzulassen und die Fähigkeit sich und andere in berufliche Prozesse einzubinden.
  • Methodenkompetenz: Es ist die Fähigkeit, eigenes Wissen, weitere Quellen und Methoden zielorientiert einzusetzen, um Probleme zu lösen, Fortschritte zu erzielen und auf neue Ideen und Herangehensweisen zu kommen.   
  • Selbstkompetenz: Die Fähigkeit, sich selbst zu steuern und zu regulieren. Es ist die Kompetenz, auch unter Druck diszipliniert und motiviert an seinen Zielen zu arbeiten, möglichst langfristig resilient gegen Stress zu sein, aber auch in Akutsituationen unter Stress rational und zielgerichtet zu handeln.
  • Handlungskompetenz: Die Fähigkeit, fachliche und die oben genannten Kompetenzen in eine gezielte, gesteuerte, kooperative Handlung zu bringen und umzusetzen.

Was ist sozial-kommunikative Kompetenz?

Die sozial-kommunikative Kompetenz ist ein wichtiges Element der sozialen Kompetenz. Wie im Namen erkennbar, geht es um die Fähigkeit, erfolgreich mit den Mitmenschen zu kommunizieren. Zu den Beispielen für kommunikative Techniken gehören:

  • Aktives Zuhören: Dem Gesprächspartner oder der Gesprächspartnerin mit Blicken, Nicken, Lauten, Nachfragen oder Zusammenfassungen zu signalisieren, dass man zuhört und ganz bei dem anderen ist.
  • Eindeutig sein: Überlegungen, Ideen oder Gedanken so zu formulieren, dass die Gesprächsperson weiß, was und wie es gemeint ist.
  • Nonverbale Kommunikation: Negative Körpersprache vermeiden, wie Kopfschütteln, Abwinken, Augenrollen. Stattdessen offene Körperhaltung: Hände offen vor dem Körper halten, ruhige Bewegungen der Arme oder Hände oder eine freundliche Mimik und Gestik. Des Weiteren stellt auch die Körpersprache der Gesprächspartner:in eine wichtige Verständnishilfe dar.
  • Feedback: Lob und Kritik so formulieren, dass sie angenommen und verstanden werden können.

Entspricht die soziale Kompetenz die der Sozialkompetenz?

In der Literatur (Psychologie, Pädagogik, Soziologie) werden die beiden Begriffe synonym benutzt. Es gibt keinen hervorstechenden inhaltlichen Unterschied, beide beschreiben die Kompetenz, das menschliche Miteinander erfolgreich zu gestalten. Kleinere Unterschiede sind:

  • Sozialkompetenz: Wird häufig in Bereichen der Pädagogik oder Psychologie benutzt. Er steht in der Regel für einen feststehenden Fachbegriff. Er beschreibt das Wissen und die Fähigkeiten.
  • Soziale Kompetenz: Beschreibt im Sprachgebrauch vieler eher ein konkretes Verhalten in einer sozialen Interaktion.
Ein Schlüssel mit einem Anhänger auf dem steht Schlüsselkompetenz
Soziale Kompetenzen sind Schlüsselkompetenzen im Umgang mit Menschen.

Warum sind soziale Kompetenzen und Soft Skills so wichtig?

Drei Beispiele für die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Sozialkompetenz im Beruf und Privatleben:

1. Eine Kundin oder ein Kunde beschwert sich massiv, weil sie/er schon ewig auf eine Lieferung wartet. Es wird mit Konsequenzen gedroht, u.a. soll ein Anwalt eingeschaltet werden.

Negative Reaktion des Betriebs: Kommen Sie erst einmal runter! Wir haben auch einen Anwalt! Wenn Sie die Ware so dringend brauchen, dann müssen Sie früher bestellen!  So geht das nicht, wie Sie sich benehmen!

Sozial-kompetente Reaktion: Erst einmal Danke, dass Sie sich so schnell gemeldet haben! Jetzt wissen wir um Ihre Nöte und werden versuchen, Ihnen schnellstmöglich zu helfen. Dürfen wir Ihnen einige Fragen stellen, um das Problem genauer zu identifizieren?

2. Ein Mitarbeitender beschwert sich, weil es ihm/ihr an Wertschätzung fehlt. Er/sie fühlt sich nicht gesehen.

Negative Reaktion des Vorgesetzten: Ich habe Sie doch vor ein paar Wochen ausdrücklich gelobt. Was wollen Sie denn noch von mir? Ich kann nicht nur Sie loben und wertschätzen, es gibt auch noch andere Mitarbeiter. Es hat alles eine Grenze!

Sozial-kompetente Reaktion: Gut, dass Sie herkommen und mir Ihre Bedarfe mitteilen! Was genau meinen Sie denn mit Wertschätzung oder „gesehen werden“? Ich weiß nicht genau, was Sie von mir erwarten. Was läuft denn bisher für Sie zufriedenstellend?

3. Die Ehefrau beschwert sich, weil der Ehemann nie sagt, dass er sie liebt.

Negative Reaktion des Ehemanns: Das weißt du doch! Wir sind schon so lange zusammen, da ist es doch logisch, dass ich dich mag. Außerdem nervt es, wenn du immer damit ankommst!

Sozial-kompetente Reaktion: Ich habe gar nicht bemerkt, dass ich es lange nicht mehr gesagt habe. Das werde ich ändern und Dir im Alltag zeigen, wie wichtig Du für mich bist. Wollen wir uns in Zukunft einen Tag im Jahr Zeit nehmen, an dem wir uns und unsere Beziehung feiern?

Wirkfaktoren der Sozialen Kompetenz

Im Wesentlichen ging es in den drei Beispielen um das Erfüllen sozialer Bedürfnisse. Die Protagonisten in den Beispielen wollten zum einen ein ZIEL erreichen, und zum anderen eine Anerkennung für ihr Anliegen. Das Aussprechen von Anerkennung (= Verständnis) ist ein wichtiges und sehr wirksames Element in einer sozialen Interaktion und Kommunikation.

Darunter fällt auch die Empathie, die Fähigkeit zur Perspektivübernahme. Dadurch können wir die Geschehnisse aus der Brille unseres Interaktionspartners sehen und auf andere Sichtweisen, Ideen oder Herangehensweisen kommen.

Eine sozial wirksame Intervention kann durch Fragen effektiv ergänzt werden. Wenn Sie jemandem eine Frage stellen, dann interessieren Sie sich oftmals für deren Sichtweise oder Meinung. Somit wird dem Bedürfnis nach Bedeutung Rechnung getragen.

Mit Fragen kann auch ein drittes Element der sozialen Bedürfnisse erfüllt werden: Der Wunsch nach Autonomie. Wenn z.B. in der Partnerschaft dem Gegenüber eine Wahl gegeben wird: „Wollen wir unseren Jahrestag mit Freunden feiern oder lieber nur zu zweit?“ Es wird kein Weg diktiert, kein Verfahren vorgegeben. Ihr Partner oder Ihre Partnerin hat eine Wahl und erlangt dadurch Autonomie über sein oder ihr Handeln.

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Welche sozialen Kompetenzen gibt es?

Kommunikationsfähigkeit

Eine der wichtigsten Kompetenzen ist sicherlich die Fähigkeit, mit anderen Menschen in verschiedenen Situationen zielgerichtet und erfolgreich zu kommunizieren. Dabei spielen verschiedene Ebenen eine wichtige Rolle:

  • Verbale Kommunikation: Sie beschreibt, was eine Person einer anderen Person mittels Wortwahl, Inhalt oder Satzbau mitteilt.
  • Paraverbale Kommunikation: Sie bezieht sich auf die Art und Weise, wie etwas mitgeteilt wird, z.B. durch Lautstärke, Tonfall, Sprechtempo und Pausen.
  • Nonverbale Kommunikation: Dazu gehören Mimik (z.B. Lächeln, Augenrollen), Gestik (z.B. Zeigefinger wedelt, Arme fliegen hektisch durch die Luft), Blickkontakt (z.B. direkt, starr oder vermeidend), Körperhaltung (z.B. aufrecht, unruhig), etc.
  • Proxemik (Abstand zum Gesprächspartner): Hierbei geht es um das bewusste oder unbewusste Verhalten, das sich durch Distanzzonen oder Positionierungen in einem Gespräch zeigt.

Mehr zum Thema Kommunikation finden Sie in unserem Blog-Beitrag “Kommunikation verbessern: Praktische Tipps für die Kommunikationsfähigkeit“.

Empathie und Perspektivwechsel

Diese beiden Begriffe sind zwei Seiten einer Medaille.

  • Empathie ist die Bereitschaft, Gefühle und Gedanken anderer wahrzunehmen, diese ebenfalls zu fühlen oder zumindest nachzuempfinden. Dabei ist aktives Zuhören sehr wichtig, um nicht gleich in eine Handlung oder Wertung zu gehen. Die Betonung bei der Empathie liegt auf dem „Fühlen“.
  • Perspektivwechsel: Beim Perspektivwechsel steht der kognitive Prozess, das „Mitdenken“ im Vordergrund. Das Verhalten eines Menschen wird analysiert und aus seinem Blickwinkel betrachtet. Es geht darum, den Grund (das Motiv) für das Verhalten zu finden und es dadurch zu verstehen.

Konfliktfähigkeit und Deeskalationskompetenz

Das sind zwei eng miteinander verbundene Fähigkeiten, die sowohl im beruflichen Alltag als auch im Privatleben unabdingbar sind. Die Konfliktfähigkeit hat oft das Ziel, einen Konflikt nachhaltig zu lösen. In der Deeskalation geht es eher um ein sofortiges Akut-Handeln, welches darauf gerichtet ist, eine eskalierende Situation unmittelbar zu beruhigen.

  • Konfliktfähigkeit wird häufig benötigt, denn es gibt kaum ein menschliches Miteinander ohne Konflikte oder Streit. Daher zählt die Kompetenz, Meinungsverschiedenheiten und Konflikte zielgerichtet und lösungsorientiert anzugehen, zu den ganz wichtigen sozialen Kompetenzen.
  • Deeskalationskompetenz: Wird benötigt, um emotionale, gereizte, aggressive oder körperlich bedrohliche Situationen gezielt zu beruhigen und dadurch eine weitere Eskalation und eine mögliche Gewalttat zu vermeiden. Es geht zunächst darum, die Situation „in den Griff“ zu bekommen. Die mittel- und langfristigen Ziele stehen hintenan.

Feedback und Kritikfähigkeit

Es sind wieder zwei Seiten einer Medaille: Die Feedback-Techniken gehören zum kommunikativen Repertoire. Währenddessen die Kritikfähigkeit eine persönliche Kompetenz darstellt, auch kritisches Feedback wertschätzend und konstruktiv anzunehmen.

  • Feedback: Feedback ist eine Rückmeldung an eine Person. Es gibt eine Information darüber, wie ein Verhalten – grundsätzlich oder allgemein – oder eine erbrachte Leistung gesehen und bewertet wird. Es ist eine Form der konstruktiven Kritik, die auf der Basis von möglichst wertfreier Beobachtung der Wirkung (was wurde beim Gegenüber ausgelöst) und durch die Formulierung eines Wunschs oder eines Ziels ausgesprochen wird. Es kann zwischen in positivem Feedback (Verstärkung, Motivation) und konstruktivem Feedback (Verbesserungspotentiale) unterschieden werden.    
  • Kritikfähigkeit ist ungemein wichtig für das Berufs- aber auch Privatleben. Es ist die Fähigkeit, (berechtigte) Kritik auszuhalten, sie sachlich anzunehmen, zu überdenken, rational einzuordnen und zu bewerten. Auch ist es die Fähigkeit, das Feedback vom eigenen Selbstwertgefühl zu trennen. Eine nicht einfache Aufgabe.

Durchsetzungsvermögen und Grenzen setzen

Durchsetzungsvermögen und Grenzen setzen sind ein weiteres Duo innerhalb der sozialen Kompetenz. Beim Durchsetzungsvermögen geht es darum, dass eigene Ideen, Ziele oder Vorstellungen nicht gleich aufgegeben werden, sobald sie auf Kritik und Widerstand stoßen. Grenzen setzen bedeutet vor allem, sich selbst vor anderen zu schützen, wenn eigene Grenzen überschritten werden.

  • Durchsetzungsvermögen: Es beschreibt die Fähigkeit Ziele, Ideen, Überlegungen oder Pläne auch dann zu verfolgen, wenn Widerstände auftreten. Sei es durch andere Ideen und Argumente, oder wenn Kritik in einer unangebrachten Art und Weise geäußert wird. Sozial kompetent wird es dann, wenn die eigenen Argumente bei aller Kritik souverän und rational vorgetragen werden und dabei die Fähigkeit zum Perspektivwechsel nicht verloren geht.
  • Grenzen setzen: Es ist eine wichtige Kompetenz, Grenzen zu setzen und ein „STOP“ zu formulieren. Denn Grenzsetzungen schützen unsere psychische Gesundheit, sei es in Gesprächen, Diskussionen oder Situationen. Um Grenzen setzen zu können, muss man als Erstes wissen, wo die eigenen Grenzen – je nach Situation – sind und sich darüber im Klaren sein, was man will bzw. was man nicht möchte. Davon ausgehend sollten die eigenen Grenzen bei Bedarf eindeutig, prägnant und ruhig benannt werden.
Viele Figuren aus dem Spiel Mensch ärgere dich nicht. Sind durch unterschiedlichen Pfeile miteinander verbunden. Einige zeigen in beide Richtungen, einige nur in eine Richtung, andere sind gewellt.
Der soziale Austausch mit unterschiedlichen Menschen benötigt unterschiedliche soziale Kompetenzen

Beispiele für soziale Kompetenzen im Berufsalltag

Drei Beispiele, warum Soziale Kompetenz im Berufsalltag wichtig und notwendig ist:

Beispiel 1: Mit Nervosität und Stress in anspruchsvollen Situationen umgehen

Ein Mitarbeiter wird schnell nervös, wenn ihn Herausforderungen erwarten, wie z.B. Gespräche mit herausfordernden Kunden, eine Präsentation vor der Geschäftsführung oder vor Feedbackgesprächen mit dem Teamleiter.  All diese beruflichen Situationen bedeuten für ihn großen Stress, obwohl er grundsätzlich ein Mitarbeiter mit einer sehr hohen fachlichen Kompetenz ist. Seine Versuche, sich selbst zu beruhigen, immerzu das Mantra zu wiederholen, dass es keinen Grund zur Nervosität gibt, haben den Stressfaktor eher noch erhöht.

Was man tun könnte: Zunächst wäre es wichtig zu verstehen, wo die Angst herkommt. Es sind oft biografische Erlebnisse, die uns zu schaffen machen. Beispielhaft wurde in Kindheit und Jugend immer (oft von Eltern) erwartet, dass man Ziele zu erreichen hat. Unbedingt! Eine Idee, woher die Stressauslöser kommen, hilft nicht das Problem direkt zu lösen, aber es hilft eigenes Verhalten und die Ängste besser zu reflektieren. Ein nächster Schritt könnte sein, z.B. mit Atemtechniken oder Entspannungstechniken zu trainieren. Ein anderer – sich auf evtl. Kritik und Einwände explizit vorzubereiten. Auch wäre es hilfreich, mit einer geschickten Selbstoffenbarung zu arbeiten, wie: Hallo Herr Meier, ich bin heute ein wenig aufgeregt, weil mir das Gespräch mit Ihnen sehr wichtig ist!

Beispiel 2: Souverän in schwierigen Gesprächen auftreten

Eine junge Lehrerin hat nach Ende des Referendariats eine Klasse übernommen. Sie ist mit großem Sachverstand und sehr engagiert in diese neue Aufgabe gestartet. Bei den ersten anfallenden Elterngesprächen hat sie dann leider eher negative Erfahrungen gemacht. Es wurde aufgrund ihres Alters ihre Expertise offen angezweifelt, sie wurden bei ihren Ausführungen rüde unterbrochen und von oben herab behandelt. Die Ergebnisse der Gespräche blieben oft hinter den Erwartungen zurück. Erfragte Tipps aus dem Kollegium waren manchmal widersprüchlich und nicht immer wirklich hilfreich. Bei der Lehrerin tauchen erste Zweifel über ihre Geeignetheit auf.

Was man tun könnte: Grundsätzlich hat es sich bewährt, bei der Vorbereitung das Ziel des Elterngesprächs zu formulieren und dabei auch ein Zwischenziel zu benennen, falls das erwartete Ergebnis nicht erreicht werden kann. Die ersten Fragen sollten vorformuliert sein, weil Fragen die Richtung des Gespräches beeinflussen und eher zum Ziel führen. Kommt es zu Vorwürfen, kann es sinnvoll sein, sich auf Gesprächsregeln festzulegen oder sie auch einzufordern. Ich-Botschaften können hier sehr wirkungsvoll die Folgen der harschen und nicht gerechtfertigten Kritik verdeutlichen. Des Weiteren kann die Lehrerin die Motive der Eltern hinterfragen, was sie antreibt, so mit ihr umzugehen. Dann kommen Motive zum Vorschein, die eher versteckt liegen, wie z.B. Angst, dass das Kind die schulischen Anforderungen nicht schafft.

Beispiel 3: Entscheidungen treffen und Verantwortung übernehmen

Eine Führungskraft trifft keine Entscheidungen oder braucht sehr lange, um sich zu einer Entscheidung durchzuringen. Begründet wird es damit, dass erst alle Facetten des Themas durchdacht und mit allen besprochen werden müssen. Wenn sich das Team einig ist, dann kann es, vielleicht in mehreren Schritten, umgesetzt werden. Dieses Vorgehen kostet Zeit und nervt einen Großteil der Mitarbeitenden.

Was man tun könnte: Es ist für die Führungskraft zunächst wichtig zu hinterfragen, aus welchem Grund sie so lange für Entscheidungen braucht. Sind es wirklich die fachlichen Gründe? Oder ist es die Angst, nicht mehr von allen Mitarbeitern gemocht und respektiert zu werden. Hierbei sind unangenehme Entscheidungen eher störend. Wenn dies auf die Führungskraft zutrifft, ist es an der Zeit es zu akzeptieren („Es ist wie es ist“) und sich auf dieser Basis andere, effektivere Führungsstrategien zu überlegen. Eine stärke Partizipation der Mitarbeitenden wäre ein Weg. Ein anderer wäre zu überlegen, wie viele Mitarbeitende es eigentlich sind, die sich gegen eine Entscheidung auflehnen und welche Motive sie dabei dafür haben. Oft sind es gar nicht alle oder viele, sondern nur 1 bis 3 Mitarbeitende. Diese sind oft nur besonders auffällig oder „laut“.

Soziale Kompetenzen sind trainierbar

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Soziale Kompetenz lernen: Schritt-für-Schritt soziale Fähigkeiten verbessern?

Man kann sicher festhalten, dass viele Menschen über eine gute bis sehr gute soziale Kompetenz verfügen. Denn sonst hätten sie keine Freunde, Arbeit oder Familie. Gleichwohl ist es hilfreich, dass man seine Schwächen kennt und, wenn notwendig, daran arbeitet. Jeder kennt den Spruch „Nobody is perfekt“. Dazu kann man sich in unterschiedlichen Bereichen des sozialen Lebens selbst prüfen oder Kolleg:innen, Freunde, Familie befragen, an welchen Stellen man sich noch verbessern könnte. Nach der Selbstinventur bzw. einer Erkenntnis, muss es ans Üben gehen. Denn Wissen ist nicht Können!

In folgenden Bereichen kann die Verbesserung der sozialen Fähigkeiten Schritt-für-Schritt trainiert werden:

Selbstreflexion

Wer sich gut kennt, kann seine Schwächen gezielt vermeiden und seine Stärken gezielt einsetzen.

  • Was sind meine positiven vs. weniger positiven Eigenschaften?
  • In welchen Situationen bin ich ruhig und souverän? Wann nicht? Aus welchem Grund?
  • Was sind meine hilfreichen und effektiven Kommunikationstechniken und Strategien? Was sind meine Best Practice? Welche Techniken sollte ich häufiger vermeiden?
  • Welche Motive treiben mich z.B. in Konfliktsituationen an? Möchte ich gemocht werden oder habe ich gerne (um jeden Preis) Recht?
  • Wie reagiere ich auf Stress? Was löst Stress bei mir aus?

Selbstreflexion im Umgang mit anderen Menschen

Mit welchen Menschen komme ich gut bis sehr gut zurecht? Bei welchen Personen werde ich nervös, gereizt oder besonders herzlich?

  • Ist es ein Unterschied, ob ich mit Kolleg:innen, einer Führungskraft oder einem Vorstand rede?
  • Welche Gespräche in der Familie fallen mir leicht bzw. welche Gespräche sind echte Herausforderungen für mich?
  • Wie sind meine Reaktionsmuster, wenn ich einen Menschen nicht mag?
  • Wie wichtig ist es mir, von anderen gemocht oder respektiert zu werden?

Zusammenarbeit im Team

Die Zusammenarbeit mit Kolleg:innen ist in der heutigen Arbeitswelt sehr essenziell. Wie würden Sie Ihre Teamfähigkeit einschätzen?

  • Wie sieht es mit Ihrem Teamgeist (den man durchaus genauer definieren müsste) und Ihrer Kooperationsbereitschaft aus?
  • Haben bei der Entscheidungsfindung auch die „leisen“ introvertierten Kolleg:innen eine Stimme und wird sie gehört?
  • Wie gut können Sie in einer Sache, die Ihnen wichtig ist, Kompromisse eingehen?
  • Können Sie im Team Konflikte angemessen und lösungsorientiert führen?
  • Wie wichtig ist es Ihnen, beruflich mit ihren Projekten erfolgreich zu sein? Wie wichtig ist Ihnen Ihr Anteil am Erfolg?

Kommunikation als Schlüssel

Wenn Sie die oben genannten Fragen und Stichpunkte beantwortet bzw. reflektiert haben, geht es nun zur Umsetzung. Diese erfolgt im großen Maße mittels Kommunikation: verbal, nonverbal oder paraverbal. Daher ist es entscheidend, wie gut Ihr kommunikativer Methodenkoffer mit effektiven Techniken und Strategien gefüllt ist. Schauen Sie, über welche kommunikativen Fähigkeiten Sie bereits verfügen und was noch als „Nachschub“ benötigt wird. Im Folgenden finden Sie Anhaltspunkte, wo Sie sich bestätigt fühlen oder fündig werden können:

  • Eigene Empfindungen ansprechen: Einsatz von Ich-Botschaften / Vermeiden von Du- oder Sie-Botschaften in Konflikten.
  • Einsatz von Fragetechniken: Offene Fragen, geschlossene Fragen, W-Fragen, systemische Fragen, Verständnisfragen, lösungszentrierte Fragen, Skalierungsfragen, etc.
  • Einsatz von Techniken zur Akzeptanz und Anerkennung.
  • Bestärkung und Ermutigung.
  • Techniken zur Emotionsregulation bei anderen.
  • Lösungsorientierte Kommunikation.
  • Konstruktiver Umgang mit Kritik an sich selbst.
  • Das Interesse zeigen durch wie z.B. aktives Zuhören.
  • U.v.m.

Selbstregulation und Selbstkontrolle unter Stress

Die Fähigkeit zur Selbstkontrolle in Wut,- Angst,- oder Drucksituationen beinhaltet eine große Herausforderung. Um diese zu meistern, ist das Erkennen und Verstehen der eigenen Stressspirale notwendig. Auf dieser Grundlage können passende Strategien trainiert werden.

  • Was sind Ihre Stressauslöser?
  • Was sind Ihre Stressreaktionen?
  • Welche Selbstkontrolltechniken haben bei Ihnen schon funktioniert?
  • Selbstkontrolle durch: 5-Sekunden-Regel 
  • Selbstkontrolle durch: Professionelle Langsamkeit
  • Selbstkontrolle durch: Kommunikation durch Fragen (Wer fragt der führt) 
  • Selbstkontrolle durch: Atemtechniken
  • U.v.m.

Umsetzung sozialer Kompetenzen im Alltag

Eine der größten Herausforderungen ist der Transfer vom Wissen zum Können! Denn es nützt nichts, wenn Sie viele Einsichten, Techniken und Strategien kennen, diese aber nicht nachhaltig und kontinuierlich umsetzen können! Der Transfer von der Erkenntnis in den Alltag, und besonders in die Stresssituationen, benötigt konstantes Training, denn es gilt z.T. jahrzehntealte Gewohnheiten zu verändern. Und jeder, der schon mal eine Diät gemacht, oder mehr Sport machen wollte, weiß, dass der Wille oft da ist, aber die Umsetzung doch bescheiden ausfällt.

Mikadostäbchen, die aufgerichtet stehen, kurz bevor sie fallengelassen werden. Es ist allerdings keine Hand zu sehen, die die Stäbchen hält.
Wie beim Mikado gilt es in den Social Skills je nach Situation das passende Teil, die passende Technik zu wählen.

Praktische Übungen für den Alltag

Im Allgemeinen und im Speziellen ist das Erlernen neuer Kompetenzen wie das Aufbauen neuer Muskeln. Es muss gezielt und nachhaltig trainiert werden. Der „Trainingsplan“ sollte durchdacht sein und sich an den aktuellen Anforderungen, aber auch an den Talenten und Stärken orientieren. Hierbei gilt, weniger ist mehr, denn die Veränderung mehrerer Gewohnheiten führt in der Regel dazu, dass es sich irgendwann verläuft und bis zum nächsten „Crash“ nicht weiterverfolgt wird. 

Von daher sind kleine Schritte beim Umbau der Gewohnheiten von Vorteil. Sie haben bestimmt noch keine „Beginner“ gesehen, die sich auf Anhieb mit denen messen konnten, die ihre Kompetenz schon seit vielen Jahren erfolgreich anwenden.

In unseren Seminaren und Trainings empfehlen wir unseren Teilnehmer auf einem kleinen Zettel die folgenden zwei Punkte zu notieren.

  • Zwei Verhaltensweisen, die man häufiger einsetzen bzw. probieren möchte.
  • Zwei Verhaltensweisen, die man weniger einsetzen möchte.

Diese Notiz kann man z.B. am Computer, Arbeitsplatz oder auf der Rückseite des Handys (unsere Empfehlung) anbringen.

Konkrete Trainingsaufgaben zur Stärkung sozialer Kompetenzen

  • Verbesserung des aktiven Zuhörens – Beispiele: Ausreden lassen, Blickkontakt, Zusammenfassen oder Paraphrasieren, Gesten einsetzen, wie z.B. Nicken sowie gezielt mit offenen Fragen arbeiten.
  • Anerkennungskultur: Menschen mit echtem Lob überraschen. Nicht nur dort, wo es sich jemand verdient hat, sondern vielleicht auch dort, wo jemand etwas Neues versucht und sich getraut hat oder auf einem guten Weg ist und mit Ermutigung einen Kick bekommt.
  • SmallTalk: Immer wieder versuchen, mit Kolleg:innen, Bekannten, Kund:innen usw. in kurze Gespräche zu kommen und dabei gezielt auf nervende, nichtssagende, ärgerliche Phrasen und Floskeln zu verzichten. Stattdessen versuchen, mit einem gewissen Witz oder mit Charme zu formulieren.
  • Einsatz von Körpersignalen: Trainieren Sie in Alltagssituationen und besonders in Stresssituationen bestimmte Körpersignale, z.B. wo sind Ihre Hände, was machen Sie damit, wie stehen Sie, wohin ist Ihr Blick in einem Konflikt gerichtet.
  • Semantisches Ausprobieren: Sie können in Gesprächen andere Wörter oder Formulierungen benutzen. Prüfen Sie, ob „Das ist falsch!“ eine andere Wirkung hat als „Das sehe ich anders!“.
  • Bei sich bleiben: Prüfen Sie, ob Sie noch häufiger und gezielter Ich-Botschaften einsetzen können. Denn Ich-Botschaften geben Ihnen die Möglichkeit, sich klar und eindeutig zu äußern und gleichzeitig zu unterstreichen, dass es „Ihre“ Sicht der Dinge ist.
  • Einsatz von Perspektivwechsel: Egal wie falsch und ärgerlich man die Position eines anderen Menschen findet: Wenn man die Fähigkeit trainiert, aus der Perspektive des anderen auf das aktuelle Thema zu blicken, so findet man fast immer Beweggründe, Motive oder Erklärungsansätze, die es ermöglichen, dass Gespräch anders zu führen und zu steuern.
  • Selbstkontrolle verbessern: Die Fähigkeit zur Kontrolle eigener Emotionen ist aus unserer Sicht eine der wichtigsten Kompetenzen. Sie kennen es, in der Emotionalität sagt man oft Dinge (oder man sagt gar nichts), die man hinterher bereut. Daher ist es unglaublich hilfreich, wenn man sich diesbezüglich verbessert. Wenn man über ein gewisses Temperament verfügt, ist dies sicher auch eine der herausforderndsten Trainingsaufgaben. Weitere Infos dazu finden Sie in unserem Trainingsbereich und in unserem Blog “Selbstkontrolle lernen und unter Stress souverän bleiben“.
  • Deeskalationsstrategien trainieren: Wenn Sie regelmäßig Konflikte oder gar Eskalationen erleben, dann ist es sicher hilfreich, sich eine bis zwei entsprechende Techniken oder Taktiken anzueignen und diese gezielt zu trainieren. Techniken wären z.B. Angebot der Wahlmöglichkeiten, Anerkennungsstrategien oder gezielte Fragestellungen. Hier finden Sie Infos zum Deeskalationstraining und zu unserem Blog “Deeskalationstraining: Definition, Strategien und Übungen“.
  • Feedback üben: Rückmeldungen zu geben ist beruflich wie privat eine der wichtigsten kommunikativen Skills. Sie können z.B. dafür trainieren, nach einem gewissen Grundmuster vorzugehen oder das Lob oder die Anerkennung nicht zu vergessen. Sie können auch den gezielten Einsatz Offener Fragen ausprobieren und üben.

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Wann lohnt sich ein Training zu sozialen Kompetenzen und Soft Skills?

Wer seine sozialen Kompetenzen und Soft Skills nicht pflegt, wird wahrscheinlich in vielen menschlichen Interaktionen des Privat- oder Berufslebens Probleme bekommen oder scheitern. Es sei denn, derjenige lebt allein oder arbeitet als Leuchtturmwärter.

Ab wann lohnt sich ein Training der sozialen Kompetenzen bzw. der Softskills? Das ist relativ einfach zu beantworten. Spätestens dann, wenn Sie kontinuierlich Ärger, Stress, Konflikte oder Situationen der selbstverschuldeten Isolation erleben, wäre es an der Zeit, eine Inventur durchzuführen. Es sollte hinterfragt werden, ob es immer und ausschließlich die anderen sind, die „falsch“ agieren und ob das eigene Umdenken beginnen sollte.

Wichtige Gründe für ein Training zu sozialen Kompetenzen und Soft Skills

Aber auch bei einer ausgeprägten Sozialen Kompetenz kann sich eine Erweiterung bzw. ein Training der „Soft Skills“ lohnen:

Berufliche Veränderungen: Der Aufstieg vom Kollegen oder der Kollegin zur Führungskraft ist sicher eine der größten Herausforderungen im Arbeitsleben. Andere Gründe wären: Der Wechsel in ein anderes Team oder in eine andere Firma.

Selbstoptimierung: Auch ohne Stress und Probleme im Beruf kann es sinnvoll sein, die bestehenden Kompetenzen weiter auszubauen. Denn je besser man die menschliche und kommunikative Klaviatur kennt, desto besser kann man darauf spielen.

Umgang mit schwierigen Konfliktpartner: Im eigenen Unternehmen oder unter den Kund:innen gibt es nicht nur sozialkompetente Menschen. Um auch für den Umgang mit herausfordernden Gesprächspartnern gerüstet zu sein, braucht es alltagstaugliche und flexible Kommunikationsstrategien- und Techniken. Es gilt sowohl für schwierige Verhandlungen als auch für den Umgang mit massiv reklamierenden Kund:innen oder herausfordernden Mitarbeitenden.

Standing bei innerer Unsicherheit: Sie sind fachlich exzellent, beliebt bei den Kolleg:innen und Führungskräften, und trotzdem fühlen Sie sich in Drucksituationen oder Präsentationen unsicher. Sie empfinden diese Situationen als puren Stress. Der Ratschlag „Bleib ruhig!“ funktioniert höchstwahrscheinlich nicht. Es ist ratsam, der Nervosität auf dem Grund zu gehen und neue, effektive Strategien auszuprobieren.

Voraussetzungen für eine Karriere: Neben seinen kognitiven, fachlichen und strategischen Fähigkeiten, ist es in der Regel auf allen beruflichen Ebenen unablässig, mit sozialer und kommunikativer Kompetenz sowie durch positive Ausstrahlung, Fairness, Empathie oder Durchsetzungsfähigkeit zu punkten.

Kundenorientierung: Verhandlungen zu führen, gute Abschlüsse zu erreichen, eine feste, belastbare Beziehung zu Kund:innen aufzubauen und zu verfestigen – in all diesen Bereichen werden spezifische Soft Skills benötigt.

Faktor Resilienz: Wenn die Soft Skills privat und beruflich fortwährend an Ihre Grenzen (und darüber hinaus) kommen, kann das langfristig in Richtung häufiger oder chronischer Überforderung oder in einen Burnout führen. Häufig ist es hilfreich in die eigene „Selbstwirksamkeit“ zu investieren – d.h. Faktoren zu identifizieren, welche langfristig Ihr Selbstbewusstsein steigern. Zudem sollten ihre sozialen Kompetenzen gezielt erweitert und auch unter Stress abrufbar werden.

Verbesserung der Teamkultur: Teamarbeit ist wichtig und wird gefühlt immer wichtiger. Daher ist es ratsam, eigene Fähigkeiten im Umgang mit Teamkolleg:innen zu überprüfen. Da die einzelnen Generationen durchaus unterschiedlich auf die Arbeitskultur im Team blicken, ist das kein leichtes Unterfangen.

Interkulturelle Zusammenarbeit: Die Zusammenarbeit mit Kolleg:innen aus allen Herrenländern benötigt u.a. ein hohes Maß an interkultureller Kommunikation und der Fähigkeit zum Perspektivwechsel.


Häufige Fragen zum Thema Soziale Kompetenz

Was sind Soft-Skills?

Soft Skills umfassen zwischenmenschliche, persönliche oder methodische Fähigkeiten. Hierbei sind u.a. die Kompetenzen zur Selbstkontrolle, der Perspektivübernahme, der Resilienz und Belastbarkeit, aber auch Kommunikation,- Konflikt,- und Deeskalationskompetenzen wichtig. Hard Skills beschreiben, was man macht, Soft Skills wie man es macht bzw. wie man sich bei anderen Personen verhält.

Was ist der Unterschied zwischen Soft Skills und sozialer Kompetenz?

Soft Skills sind das Fundament, auf dem unterschiedliche, spezifische und soziale Kompetenzen wirken, wie z.B.
– Methodik
– Kompetenz zum Selbstmanagement
– Teamfähigkeit
– Empathie
– Zeitmanagement oder Selbstdisziplin. 

Soziale Kompetenz kann man erst zu zweit erleben, d.h. nur in einer menschlichen Interaktion. Es geht um zwischenmenschliches Miteinander, um Beziehungen und Gruppendynamiken.

Was ist eine hohe soziale Kompetenz?

Eine hohe soziale Kompetenz ist die höchste Stufe im menschlichen Miteinander. Sie ist die Grundlage, auch in sehr schwierigen, herausfordernden Situationen der zwischenmenschlichen Interaktion lösungsorientiert und zielführend zu handeln. Es wird auch als soziale Intelligenz definiert.

Was sind Beispiele für hohe soziale Kompetenz?

Menschen mit einer hohen sozialen Kompetenz sind diejenigen, die in schwierigen Gesprächs- und Konfliktsituationen den richtigen, angemessenen Ton in der Ansprache und Verhandlung treffen. Sich bei respektlosem Verhalten eines anderen den Respekt vor dieser Person dennoch nicht verlieren. Es sind Menschen, die es sehr gut beherrschen:
– mit Empathie und Einfühlungsvermögen herausfordernde Situationen bewältigen
– Kompromissbereitschaft signalisieren
– Konfliktgespräche mit viel Fingerspitzengefühl moderieren
– Unterschiede im Team ausgleichen
– Eigene Ziele erreichen, aber ohne hinter sich ein „Schlachtfeld“ aus Kränkungen, Wut oder Enttäuschung zu hinterlassen

Welche Soft Skills sind im Berufsalltag besonders wichtig?

Folgende Soft Skills sind im beruflichen Alltag besonders hilfreich:
– Kommunikationsfähigkeit
– Konfliktfähigkeit
– Teamfähigkeit
– Empathie
– Selbstmanagement
– Zeitmanagement
– Resilienz
– Eigenverantwortung
– Problemlösungskompetenz
– Anpassungsfähigkeit
– Lernbereitschaft
– Zuverlässigkeit
– Delegationsfähigkeit

Kann soziale Kompetenz erlernt werden?

Soziale Kompetenz kann aufgrund unserer Neuroplastizität im Gehirn erlernt und stetig verbessert werden. Da Menschen unterschiedliche Eigenschaften mitbringen, wie eine angeborene Empathie oder ein gezügeltes Temperament, gibt es unterschiedliche Startbedingungen und Lernerfolge.

Woran erkennt man fehlende soziale Kompetenz?

Bei einigen Verhaltensweisen kann ein Fehlen der Sozialen Kompetent vermutet werden:
– Empathieloses Verhalten
– Sich selbst permanent in den Mittelpunkt stellen
– Monologe
– Immer Recht haben wollen
– Lästern
– Tendenzen zum Mobben bzw. der üblen Nachrede
– häufige nicht passende Berührungen
– schnelles Aufbrausen
– laut und aggressiv werden
– persönliche verbale Angriffe
– Lügen
– schnelles Eintreten von Trotz.

Ihr Feedback freut uns!

Wenn Ihnen dieser (wie immer viel zu kurze oder zu oberflächliche) Meinungsblog gefallen oder auch nicht gefallen hat, schreiben Sie mir gerne ein Feedback. Auch wenn Sie Anregungen für einen neuen Blog haben, freue ich mich über Ihre Zuschriften an wolter@kompetenz-sieben.de.

Bildquellen

Schlüsselkompetenz: 38289033-2014 ©Ideenkoch

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